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Service Solutions

Let's meet Bianca: vom PreMaster zur Verantwortlichen für den Ausbau der Mobility Services in den USA

Seit März 2023 arbeitet Bianca Boettcher aus dem Mobility-Team in Frankfurt in den USA, Fort Lauderdale. Wie es dazu kam und welche Erfahrungen sie dort macht, erzählt sie uns im folgenden Gespräch.

Bianca schaut lächelnd in die Kamera

Bitte erzähle uns etwas über Deine Laufbahn bei Bosch Service Solutions.

Noch vor meinem Masterabschluss im August 2016 habe ich bei Bosch Service Solutions als PreMaster im Produktmanagement angefangen und dabei die Services eCall und Concierge unterstützt. Dann machte ich meinen Master in International Business und Intercultural Management, unter anderem auch im Auslandssemester in Kolumbien. Ich fand es immer schon spannend, global und mit verschiedenen Kulturen zu arbeiten. Meine Masterarbeit habe ich bei Bosch Service Solutions geschrieben, über die Expansion des eCalls nach Indien. Der Fokus lag auf dem Vergleich zwischen der deutschen und der indischen Arbeitskultur und dessen Chancen und Herausforderungen. Nach der Abgabe meiner Thesis bin ich im Mobility-Team im Sales und Business Development (BUD) eingestiegen, habe mich mit dem Thema Flotten beschäftigt und war als Presales für globale Ausschreibungen verantwortlich.

Wie kam es dazu, dass Du zu Bosch Service Solutions nach Fort Lauderdale gewechselt bist?

Ich wollte schon immer mal im Ausland arbeiten und dabei meine Kenntnisse erweitern. Meine Vorgesetzten haben mich sehr dabei unterstützt diesen nächsten Schritt zu gehen. Der amerikanische Markt bietet große Chancen für Bosch Service Solutions, daher hat sich meine Entsendung zur Unterstützung des Sales – und BUD-Teams dort angeboten.

Mein Fokus liegt auf der Umsatzsteigerung im amerikanischen Raum mit unserem bestehenden Mobility Portfolio wie eCall oder Stolen Vehicle Tracking. Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Entwicklung neuer Services für und mit unseren Kunden, wie zum Beispiel Child Presence Detection (CPD). Für diesen Service bin ich der Product Owner und arbeite schon seit einiger Zeit daran. Aufgrund der bevorstehenden Gesetzgebung wird CPD in den nächsten Jahren in den USA wachsen, und ich werde seine Einführung und weitere Entwicklungen betreuen. Mit gutem Verständnis der Produkte und der Prozesse unserer Bosch Service Solutions fungiere ich als Schnittstelle des Mobility Teams in den USA, um die Markteinführung und zukünftige Verkäufe zu erleichtern. Das ist eine Win-Win-Situation.

An welchem Projekt arbeitest Du momentan?

Momentan arbeite ich vor allem daran, neue Kunden für unser Mobility Service Portfolio zu akquirieren und bin im Child Presence Detection-Projekt tätig. Der Fokus liegt dabei auf asiatischen sowie neuen Automobilherstellern.

Bei dem Child Presence Detection Service geht es darum, Kinder oder Haustiere in Fahrzeugen vor möglichen Gefahren zu schützen. Leider kommt es immer wieder vor, dass sie in zu heiß werdenden Autos zurückgelassen werden und die Kinder verletzt werden oder sogar sterben. Um dies in Zukunft zu vermeiden, wurde in den USA ein Gesetz verabschiedet (Hot Cars Act), das die Automobilhersteller verpflichtet, ihre Fahrzeuge ab 2025 mit entsprechender Technik und Systemen (z. B. Sensoren) auszustatten. Außerdem muss in der dritten Eskalationsstufe ein externer Dienstleister für die Intervention eingeschaltet werden. Bei unseren Kunden wird dies von uns übernommen, um die definierten Kontaktpersonen bzw. die Notrufzentrale zu erreichen und das Kind im Auto zu retten.

In Europa gibt es bereits eine ähnliche Initiative. Allerdings wird die Gesetzgebung in den USA rechtsverbindlich, während es sich in der EU bisher nur um eine Empfehlung der Organisation New Car Assessment Program (NCAP) handelt.

Mehr über den CPD Service erfahren

Was gefällt dir daran, in den USA zu arbeiten?

Meiner Erfahrung nach ist der amerikanische Markt sehr dynamisch und digital. Flexibilität wird in den USA großgeschrieben. Ich habe bei meinen amerikanischen Kolleginnen und Kollegen eine Hands-On-Mentalität beobachten können. Zudem ist mir aufgefallen, dass sich hier vieles um Business dreht, nicht nur am Arbeitsplatz. So kommt man aber sehr schnell und leicht ins Gespräch – der klassische Smalltalk. Mir gefällt das sehr gut. An der Stelle ein kleiner Tipp: Wenn die Frage „How are you?“ kommt, dann ist das eine Art Begrüßung, um ein Gespräch zu beginnen. Über eine ausführliche Antwort reagieren die Gesprächspartner eher überrascht.

Arbeitest du remote oder im Büro?

Remote flexibel arbeiten zu können, ist mir sehr wichtig. Es ist toll, dass das auch in Fort Lauderdale möglich ist. Anfangs ging ich noch fast jeden Tag ins Büro. Mir war wichtig, im Team und der Organisation gut anzukommen, die Strukturen zu verstehen und mich gut einzuarbeiten. Inzwischen habe ich eine gute Balance gefunden und gehe drei bis vier Tage in der Woche ins Office, ansonsten arbeite ich von zu Hause aus. Was mir gut gefällt: in Fort Lauderdale bin ich an einem operativen Standort und bekomme jetzt mit, wie unsere Services erbracht werden. Die Gespräche mit den Kunden und das Miterleben der Service Gestaltung hilft mir sehr. Jetzt verstehe ich die alltäglichen Herausforderungen unserer Kolleg:innen im Operations-Bereich sehr viel besser. Abgesehen davon fühle ich mich im Büro sehr wohl, was auch an den netten Kolleginnen und Kollegen liegt, die mich von Anfang an sehr herzlich aufgenommen haben.

Wie hast Du Dich generell eingelebt?

Die Anfangszeit war sehr aufregend. Ich bin alleine hierher gezogen und es musste viel organisiert werden. Die ersten Wochen habe ich hauptsächlich damit verbracht, zu Behörden zu gehen, meinen Führerschein zu machen, Steuernummern zu beantragen, eine Wohnung zu finden und einzurichten, ein Auto zu organisieren und vieles mehr. Zum Glück wurde ich dabei von Bosch unterstützt. Ein sogenannter Relocation Support Agent hat mir bei all diesen organisatorischen Angelegenheiten geholfen. Anfangs hatte ich die Gedanken: „Bist du eigentlich wahnsinnig? Weshalb machst du das hier?“ Aber am Ende funktionierte dann doch alles und inzwischen bin ich hier recht gut angekommen und fühle mich sehr wohl.

Ich habe mich dazu entschlossen mit einer anderen Expat aus Prag zusammenzuziehen. Sie ist schon etwas länger da und kennt sich in Fort Lauderdale und Miami prima aus. Zusammen mit ihr erkunde ich super gerne die Gegend. Über eine Expat Organisation habe ich schon einige nette Leute kennengelernt, mit denen ich hier einiges unternehmen kann.

Ich probiere auch gerne leckere Restaurants aus. Mit Yoga und Fitnessstudio versuche ich, mich ausreichend zu bewegen. Außerdem nutze ich die Zeit hier dazu, mein Spanisch wieder aufzubessern. Die lateinamerikanische Community in Florida ist groß und daher bietet sich das sehr gut an. Ich reise für mein Leben gerne und habe mir vorgenommen, öfters über das Wochenende einen Trip zu planen, um Land und Leute besser kennenzulernen.

Bianca ist auf einem Boot und schaut lächelnd in die Kamera, mit den Händen zeigt sie das Peace-Zeichen

Welche Tipps kannst Du Kolleg:innen geben, die ebenfalls für Bosch im Ausland arbeiten möchten?

Wenn man Lust darauf hat, sollte man diesen Schritt auf jeden Fall gehen, denn man kann nur gewinnen. Trotzdem ist es wichtig, sich auch bewusst zu machen, dass man in ein anderes Leben eintaucht und viel Neues und auch Herausforderungen auf einen zukommen.

Ein weiterer Tipp meinerseits wäre außerdem, neben dem Fokus im neuen Job gut anzukommen, auch viel Wert auf den Aufbau des sozialen Lebens zu legen - vor allem wenn man alleine ins Ausland geht. Um sich wohlzufühlen und die Zeit bestmöglich zu nutzen, sollte man sich mit gleichgesinnten Menschen umgeben. Daher kann ich Expat Netzwerke oder Sportvereine als Möglichkeit neue Kontakte zu knüpfen, wirklich sehr empfehlen.

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